Fachgruppe Atemschutz


Der Atemschutzeinsatz setzt aufgrund der hohen physischen und psychischen Belastung eine einwandfreie körperliche und geistige Gesundheit voraus. Das Gewicht der zusätzlichen Schutzausrüstung, das begrenzte Sichtfeld, die eingeschränkte Bewegungsfähigkeit und die ansteigende Körpertemperatur setzen der Einsatzkraft im Ernstfall gewaltig zu. Außerdem ist besonders bei Einsätzen mit vermissten Personen oder in dicht verqualmten Gebäudeteilen der seelische Gemütszustand des Atemschutzgeräteträgers extrem beeinflusst, was seinen Ruhepuls in ungewohntem Maße ansteigen lässt.

Die körperliche Eignung muss der AGT in vorgeschriebenen Abständen bei der so genannten G26-Untersuchung nachweisen. Weiterhin besucht dieser jährlich eine Atemschutzübungsstrecke, um regelmäßig den Einsatz mit der zusätzlichen Ausrüstung unter erschwerten Bedingungen zu testen. „Nur“ einmal im Jahr und mit den immer gleichen Voraussetzungen ist aber nach unserer Auffassung nicht genug.

Es ist von ausgesprochen großer Bedeutung, die Einsatzkräfte auf die unterschiedlichsten Szenarien möglichst umfassend vorzubereiten und durch eine Vielzahl von Wiederholungsübungen den Umgang mit der Schutzausrüstung schlafwandlerisch sicher zu gewährleisten. Bei diesen Fachdiensten werden mit einfachen Mitteln Extremsituationen simuliert, die dem AGT im alltäglichen Einsatzgeschehen helfen sollen, schwierige Aufgaben zu bewältigen. So werden beispielsweise durch den Einsatz von getönten Folien auf der Atemschutzmaske die Sichtverhältnisse in verqualmten Räumen nachgestellt und dabei Möglichkeiten aufgezeigt, wie man Räume verschiedener Größen zügig und gründlich nach vermissten Personen durchsucht. Es werden Verhaltensweisen zum Eigenschutz dargebracht, die beispielsweise beim Öffnen von Türen oder bei der Brandbekämpfung die sichere Rückkehr des eingesetzten Trupps ermöglichen sollen. Ein plötzlich eintretender Atemschutznotfall wird beprobt, wobei durch den Einsatz eines bereitstehenden Rettungstrupps schnellstmöglich Hilfe zu einem verunfallten AGT geschickt wird, um diesen aus seiner misslichen Lage zu befreien. Außerdem wird teilweise eine extreme körperliche Belastung für den Einzelnen erzeugt, die die Leistungsfähigkeit des AGT an ihre Grenzen bringen soll und eine drastische Steigerung im Verbrauch der mitgeführten Atemluft aufzeigt.

 

Alles in allem sollen diese und viele andere umfassende Ausbildungsinhalte die Atemschutzgeräteträger in Einsatzfällen schulen, die hoffentlich sehr selten eintreffen, und dem AGT das nötige Selbstbewusstsein vermitteln, um einfachere Einsätze sicher abarbeiten zu können.

Ansatz:   3 zusätzliche Dienste pro Jahr